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An den südwestlichen Hängen des Jirisan, dem höchsten Gebirge auf dem koreanischen Festland, liegt der Hwaeomsa-Tempel – ein Eckpfeiler des koreanischen Buddhismus. Hwaeomsa wurde im Jahr 544 von einem indischen Mönch gegründet, der auf Koreanisch als Yeongi bekannt ist. Der Name stammt vom Avatamsaka Sutra (dem Blumenkranz-Sutra), auf Koreanisch Haweomgyeong genannt, einer der einflussreichsten Schriften im ostasiatischen Buddhismus. Hwaeomsa ist ein Haupttempel des Jogye-Ordens des koreanischen Buddhismus und beherbergt mehrere Nationalschätze. Besucher können an Tempelaufenthalt-Programmen teilnehmen, die dir die Möglichkeit bieten, das Klosterleben zu erleben – mit Meditation, Gesang und gemeinsamen Mahlzeiten.
Wie viele koreanische Tempel wurde Hwaeomsa während der japanischen Invasionen Koreas (1592–1598), bekannt als der Imjin War, stark beschädigt. Die japanischen Streitkräfte nahmen buddhistische Stätten wegen ihrer kulturellen und religiösen Bedeutung ins Visier. Die meisten Gebäude von Hwaeomsa wurden zerstört, aber der Tempel wurde ab dem späten 16. Jahrhundert sorgfältig wiederaufgebaut – ein Prozess, der sich bis in die Joseon-Dynastie erstreckte. Der wiederaufgebaute Tempel ist kleiner als sein ursprüngliches Ausmaß, das laut historischen Aufzeichnungen Dutzende von Gebäuden und Hunderte von Mönchen umfasste.
Eines der bekanntesten Merkmale des Hwaeomsa ist die Gakhwangjeon-Halle, die Haupthalle, die dem Buddha Vairocana gewidmet ist – der zentralen Figur des Hwaeom-Buddhismus. Dieses prächtige Holzgebäude, das Anfang des 18. Jahrhunderts wiederaufgebaut wurde, ist mit kunstvollen Gemälden geschmückt und beherbergt eine große Statue des Vairocana, die die universelle Wahrheit der Lehren des Buddha symbolisiert. Die Halle ist ein zentraler Ort für Rituale und Meditation und bietet dir einen ruhigen Raum zur Besinnung.
Ein weiteres architektonisches Juwel ist die dreistöckige Steinpagode, die sich vor der Gakhwangjeon-Halle befindet. Diese Pagode stammt aus der Unified Silla-Periode (8. Jahrhundert) und ist ein Meisterwerk der koreanischen buddhistischen Architektur, dessen schlichtes, aber elegantes Design die Harmonie und Balance widerspiegelt, die für die Hwaeom-Philosophie so zentral sind. Die Pagode ist als nationales Kulturgut Südkoreas ausgewiesen.
Ein herausragender Schatz ist die Vierlöwen-Dreigeschoss-Steinpagode, ebenfalls ein Nationalschatz Südkoreas. Diese einzigartige Pagode aus der Unified-Silla-Periode (8. Jahrhundert) befindet sich in der Nähe der Gakhwangjeon-Halle und zeigt vier gemeißelte Löwen an ihrer Basis, die Schutz und Stärke symbolisieren. Das kunstvolle Design und die symbolische Bedeutung der Pagode machen sie zu einem bemerkenswerten Beispiel koreanischer buddhistischer Kunst und Architektur.
Wenn du in Jirisan wandern gehst oder dich aus einem anderen Grund in der Provinz South Jeolla befindest, ist Hwaeomsa ein absolutes Muss!
Lebe seit 2020 in Südkorea. Mit einem F6-Aufenthaltsvisum.
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